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WZ vom 16.02.2009
Kop-Shop - Die Schülerfirma ist nach drei Monaten schuldenfrei
von Bärbel Voogt-Müller
Das von der WZ ausgezeichnete Projekt an der Kopernikus-Schule macht aus Schülern Unternehmer.
Langenfeld. Mathearbeiten wurden in den vergangenen Tagen an der Kopernikus-Schule geschrieben. Das Team des Kop-Shops, des Geschäfts für den kleinen Schulbedarf mitten in der Realschule, hat das gemerkt.
„Geodreiecke gingen sehr gut“, sagen die jungen Verkäufer, die ihre Pausen gerne opfern, um Mitschülern, die etwas vergessen haben, Hefte, Tintenkiller, Zirkel und Geodreiecke aber auch kleine Geschenke zum
günstigen Preis zu verkaufen.
„Die Eltern achten immer stärker darauf, was eine Schule außer dem normalen Unterricht anbietet“ Gabriele Sieffert, Lehrerin der Kopernikus-Realschule
Die Kopernikus-Schule hatte mit der Umsetzung des Lädchens in der ehemaligen Kammer des Hausmeisters den mit 1000 Euro dotierten Schulpreis der Westdeutschen Zeitung und Electronic Partner gewonnen. „Wir hatten nicht
mit dem Preis gerechnet“, sagt Lehrerin und Koordinatorin Gabriele Sieffert. Von dem Geld wurden gleich die 250 Euro zurückgezahlt, die sich die Schüler zum Aufbau des Kop-Shops beim Schulverein geliehen hatten.
„Wir in Langenfeld wollen ja überall schuldenfrei sein“, so Schüler René Wilgo. Die Aussage bezieht sich auf die seit Oktober 2008 entschuldete Stadt.
Das Lädchen wurde Ende Oktober eingeweiht. Die Konrektorin Ilona Drießen und ihre Kollegin Gabriele Sieffert hatten die Schülerfirma angestoßen. Unterstützt
wurden sie bei der Buchhaltung von Eltern wie Beata Lappe und Regina Roderer. Doch die acht Schüler der Klassen sieben, acht und neun kommen mit den Geschäften auch alleine klar.
Für den Kop-Shop opfern die Schüler einen Teil ihrer Freizeit
Sieffert: „Es gibt schon mal Kritik, wenn ein Artikel zu teuer erscheint oder wenn etwa ein Zirkel nicht den Anforderungen genügt. Doch die Schüler bemühen sich,
günstige Angebote zu unterbreiten.“ Dafür opferten sie auch Freizeit und suchten in der Stadt nach preiswerten Heften, Stiften und derzeit auch nach Scherzartikeln für den Karneval.
Vampir-Gebiss mit Blut (2,50 Euro), künstliche Finger (70 Cent) oder Scherz-Piercings (50 Cent) laufen. „Der Teamgeist untereinander ist sehr gut, es ist
im Shop noch nie ein böses Wort gefallen“, lobt Lehrerin Drießen.
Ziel des Shops ist, dass die Schüler früh lernen, wie ein kleines Unternehmen geführt wird, auch wie man eine Kasse bedient.
Caroline (13), Sabrina (15) und Liz (15) haben ihre dunkel-blauen Poloshirts mit ihren Namen übergestreift, so sind die als
Verkäuferinnen schnell auszumachen. „Wir kennen nicht alle Schüler“, sagen sie, da sei es spannend, neue kennen zu lernen.
An die 500 Mädchen und Jungen besuchen derzeit die Kopernikus-Schule. Der Tag der offenen Tür an der Immigrather Straße
lief so gut, dass es danach 90 Neuanmeldungen, 15 mehr als 2008, zu verzeichnen gab. 18 Kinder haben sich für die Bläserklasse, die ab August startet, entschieden.
Das außerschulische Angebot kann sich sehen lassen. Football-AG, Box-AG, Tanzen und Reiten wird angeboten. Es gibt auch
eine Streitschlichtung. Es werden Kontakte und Kooperationen mit heimischen Firmen gehalten, gegenseitige Besuche sind die Norm.
Die Schüler werden intensiv auf das Berufsleben vorbereitet, dabei hilft auch der Berufswahlpass, in dem die Stärken, Vorlieben und Wünsche der Schüler eingetragen sind.
Mit dem Schulpreis von 1000 Euro wurden nicht nur die Schulden an den Schulverein beglichen. Sie kommen auch auf das
Sparbuch, auf dem schon 200 Euro Geschäftsgewinn angelegt sind. Denn Rücklagen müssen sein. „Was tun, wenn mal die Kasse kaputt geht“, sagt René, „Wir müssen gewappnet sein.“
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