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Der Wing Tsjun International Newsletter Mit prominenten Kampfsportlern gegen Gewalt
Tobias kommt auf den Teenager zu. “Was kuckst du mich so blöd an?” schnauzt er ihn an.Der 14-jährige Junge weicht mit offenem Mund und ganz
offensichtlich verdattert zurück. Tobias dringt weiterhin auf ihn ein: “ Was du mich so blöd angekuckt hast will ich wissen! Willste ein Passfoto oder was?”
Wäre diese Situation ernst, so hätte der Jugendliche jetzt wahrscheinlich schlechte Karten. Denn Tobias Kleinhans überragt ihn nicht nur um gute
zwei Köpfe, er bringt auch mit Sicherheit gute 30 Kilo mehr auf die Waage als der Schüler. Doch glücklicherweise ziert Kleihans´ Brust das Logo der Wing Tsjun International.
Gemeinsam mit Sabrina Völker und Thomas Simon gehört er zum Trainerteam, dass Wing-Tsjun-Bundestrainer Dai-Sifu Thommy
Luke Böhlig ausgewählt hat, um mit ihm eine Woche lang an allen weiterführenden Schulen der Stadt Langenfeld (Rhld.) Gewalt-Präventionskurse durchzuführen.
Wie es dazu kam:
Vom 25.-29. August führte die Stadt Langenfeld im Rahmen ihres Familienfestivals eine Woche gegen Gewalt durch.
Als prominente Kampfsportler aus NRW wurden dazu Boxer Torsten May und WT-Profi Sifu Böhlig
eingeladen, um an den weiterführen-den Schulen der Stadt Aktionen zum Thema Gewaltvermeidung durchzuführen.
Da Sifu Böhlig´s Team bereits schon seit 14 Jahren im öffentlichen Schulunterricht Kurse zur
Selbstverteidigung und Gewaltprävention gibt, war es naheliegend, dieses direkt mit mehreren Ausbildern an so viele Schüler wie möglich zu vermitteln.
Der Kurs
Die erste Einheit begann jedesmal mit der Analyse einer körperlichen Auseinandersetzung. Von Blickkontakt, über Ansprechphase (“Was
kuckste so blöde?”), Schubsphase, bis in die eigentliche körperliche Auseinandersetzung wurde alles analysiert und durchgespielt.
Den Schülern wurden Wege aufgezeigt, in jeder dieser Phasen de-eskalierend zu reagieren und einem Kampf aus dem Weg zu gehen.
Danach wurden die Begriffe Notwehr und Nothilfe definiert und Beispiele angeführt.
Es wurde darauf hingewiesen, dass die Herangehensweise an eine Auseinandersetzung von Anfang an unterschiedlich ist, je nachdem, ob
ein männliches Wesen ein anderes männliches Wesen provoziert, oder eben ein weibliches.
Die Trainer informierten darüber, dass leider ein Großteil der Gewalt an Mädchen und Frauen immer noch von Männern ausgeht und führten im
Rollenspiel Beispielsituationen auf, bei denen es z.B. zu einer sexuellen Belästigung oder gar einer Vergewaltigung kommen kann.
Große Verwunderung ernteten sie jedes Mal, wenn sie den Kursteil-nehmern offenbarten, dass ein Großteil der sexuellen
Belästigungen im häuslichen Umfeld stattfindet und vom Verwandten- oder Bekanntenkreis ausgeht. Auch hierzu gab es Rollenspiele und anschauliche Beispiele.
In der zweiten Einheit ging es dann für die Klassen ins Eingemachte;
Selbstverteidigungstechniken standen auf dem Programm. Der Einstieg wurde durch eine nachgestellte Belästi-gungsszene inszeniert, aus der sich der Trainingspartner zuerst verbal und
danach physisch befreien musste. Danach wurden Befreiungstechniken gegen verschiedene Arten von Würgern, Umklammerungen, Schwitzkasten- und Armgriffen vermittelt, welches mit einer Menge
Spaß aufgenommen und umgesetzt wurde.
Einige Bilder finden Sie hier und zum TV-Bericht von Center-TV geht es hier.
Weitere Informationen zu De-eskalations und Selbstverteidigungskursen im Schulunterricht finden Sie unter
www.SelbstverteidigunginderSchule.de,
zum Thema Wing Tsjun unter
www.wingtsjun.de
und zur Langenfelder Kampfkunst-Akademie hier:
www.wt-langenfeld.de
Text: WTI
Fotos: Clarissa Böhlig
Film: Center-TV
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